Montag, 6. Juni 2016

Nehmen wir uns etwas Zeit, um über die Zeit zu reden – Betrachtungen über die Jenzeitigen Lande

Die PERRY RHODAN-Romane 2850 bis 2854 haben auf den zweiten Blick mehr Erkenntnisse und interessante Fragestellungen gebracht, als man beim ersten Lesen realisiert hat. 
Welche Uhrzeit haben wir in den Jenzeitigen Landen?
Aktuell interessant ist dabei zunächst einmal der Themenkomplex Jenzeitige Lande (JZL) und Synchronie. Aus 2850 haben wir erfahren, dass die Synchronie aus dem Korpus der toten ersten Superintelligenz (SI) geformt wurde.

»Stell dir den SI-Korpus vor wie einen eingefrorenen zeitförmigen Blitz. Wie ein Riss der sich vom Aufgang dieses Universums bis zu seinem Untergang zieht und dabei wahllos Zeiten miteinander verbindet.«

»[Thez und die Vögte haben] daraus die Synchronie geformt. Eine eigene, anders artige Zeitdimension.«


Die beiden Zitate erläutern prinzipiell, was wir uns unter der Sychronie genau vorzustellen haben. Ein Zeitriss ermöglicht das Wechseln der Zeiten – dies haben wir auch bezüglich der Tiuphoren erlebt. Doch fraglich ist beispielsweise die Räumlichkeit. Ist dieser Korpus so allumfassend gewesen, dass man daraus eine eigene Zeitdimension erschaffen kann, die alle Galaxien unseres Universums umspannt? Oder ist dies vielleicht eher ein lokales Phänomen, sodass nur aus einer gewissen Anzahl an Galaxien ein Zugang zur Synchronie besteht?

Aus der Lektüre ergibt sich noch eine weitere Frage: Gibt es in den Inseln der Hiesigkeit einen Zeitablauf, wie wir ihn kennen? Dafür spricht einiges, beispielsweise die Art und Weise, wie die Veste Tau beschrieben wurde mit den dort stattfindenden Wiederbelebungen und den Erinnerungen der Bewohner. Doch andererseits scheint es auch noch parallele Zeitabläufe zu geben.

Dem entgegen steht jedoch die Aussage Thans in 2850:

»Das Tangieren eines Tanatoversums wird eine der gemeinsamen Lektionen mit Tifflor sein. – Doch das liegt weit vor uns.«
 

Das bedeutet, Than weiß bereits über seine Zukunft Bescheid. Wie kann er das? Sprach Tifflor eventuell mit dem »alten« Than, der bereits die gemeinsamen Lektionen mit Tifflor erlebt hat? Zum Ende von 2850 erfolgt hierzu auch seine Aussage, dass er froh sei »nun auch einmal den frühen Tifflor kennen gelernt zu haben«, was den Punkt noch einmal unterstreicht.

Auch möglich wäre jedoch, dass der »erfahrene« Than dem »unerfahrenen« Than darüber berichtet hat, und es somit zwei Versionen Thans in den Jenzeitigen Landen bzw. in unserem Universum gibt. Dies trifft auch auf Tifflor zu, den vermutlich Atlan im Atopischen Hof treffen wird. Tifflor wäre demnach schon lange in den JZL gewesen, bevor er in die JZL kam? ;-)

Theoretisch würde somit Tifflor nun in seiner frühen und späten Version existieren. Sollte es hier nicht zu einem Temporalparadoxon kommen, wenn Tifflor sich selbst begegnet?

Kommen wir noch einmal zurück auf den bereits erwähnten eigenen Zeitablauf in den JZL.: Wie ist das eigentlich, wenn man als Atopischer Richter aus der Normalzeit/Vergangenheit in die JZL zurückkehrt? WANN kehrt man zurück? Ist ein Atopischer Richter in der Lage, in den JZL den Zeitpunkt zu wählen, in dem er ankommt? Nach den Beschreibungen kommt Atlan in einer »Zeit« an, in der bereits alle Ereignisse der Richter sowie Tifflor als großer Atopischer Richter bekannt sind. Doch wenn nun ein Atopischer Richter von einer Mission zurückkehrt – sollte diese Mission dann nicht bereits bekannt sein, ebenso wie der geschichtliche Ausgang? Schließlich befinden wir uns am Ende der Zeit. Hier kommt nun die Problematik ins Spiel, dass offenbar die falsche Welt gar nicht so falsch war, wie wir alle zunächst gedacht haben und folglich Atlan die Zukunft dieser speziellen Zeitlinie erlebt. Doch sofort kommt uns die Aussage in den Kopf, dass der Zeitablauf durch den Zeitriss und die Tiuphoren geändert wurde. Das bedeutet, wir haben bereits zwei mögliche Zeitabläufe mit dem Atopischen Tribunal vorliegen. Zieht man in Betracht, dass es noch unendlich mehr Möglichkeiten paralleler Zeitabläufe gibt, stellt sich die Frage, wie nun die Jenzeitigen Lande am Ende der Zeit zu betrachten sind? Ist Atlan in der Version gelandet, die aus dem Zeitablauf resultiert, auf dem er sich gerade bewegt? Würde Atlan nun in der Vergangenheit ein Ereignis auslösen, das den ihm bekannten Zeitablauf ändert, zum (übertriebenen) Beispiel, dass das Atopische Tribunal keine Notwendigkeit mehr sähe, in die Milchstraße zu kommen, müssten sich wohl dementsprechend die Strukturen in den JZL verändern. Daraus würde jedoch auch resultieren, dass Tifflor und Matan nie Richter geworden wären.

Weiterhin gibt es die Problematik, dass Atlan ja theoretisch in der fernen Zukunft der Terraner (und immer noch in der fernen Vergangenheit aus Sicht der JZL) ein solches Ereignis auslösen könnte. Aber hier wird es dann vielleicht etwas zu kompliziert ;-) 


Jenzeits der Zeit?

Fazit und abschließender Kommentar:

Die Hauptfrage, die bleibt, ist: Werden uns Ereignisse auf verschiedenen Zeitebenen dargestellt, oder lassen sich alle dargestellten Aspekte mittels einer Zeitline und entsprechenden Kausalketten erklären? Auch wenn es das mit alternativen Zeitlinien bereits gegeben hat, vgl. die PAD-Seuche, würde ich mir persönlich als Leser wünschen, dass die Expokraten nur »auf einer Zeitlinie denken«. Anderenfalls könnten zukünftige (!) Ereignisse letztlich dazu führen, dass man im Extremfall die gesamte Serienhistorie in Frage stellen könnte und eigentlich müsste.
(hh)

Kommentare:

  1. Hmm ... Die Expokraten sollen nur "auf einer Zeitlinie denken", also wir haben da nun tatsächlich die eine Zukunft für alle und alle zukünftigen Geschichten aus dem Perry Rhodan Universum? --- Das kann ich nicht glauben. Um der Phantasie der künftig schreibenden Autorenschaft nicht allzusehr einschränkend zu wirken, postuliere ich, daß all das seit PR 2700 uns geoffenbarte (Pent bis Than) zwar nicht gegenstandslos ad acta gelegt werden wird, sondern ich nehme an, daß solch Eingriffe wie vom Atopischen Tribunale [THEZ(?)] ähnlich als historische Erlebnis in den Hintergrund treten werden wie eben die erwähnte PAD-Seuche (im Rahmen des Schachspiels von ES & Anti-ES) oder auch jene Blicke in die Zukunft, ähh .. aus der Zukunft, wo die Milchstraße "Vaaligo" heißt! Der parachronen Chronoversen, die einige (nicht nu die aus Tarkan) "Meekorah" nennen gibt es zahllose und unendlich viele. Da Julian Tifflor ja bereits aus einem paralleln Universum stammt, nun eine Zukunft als Atopischer Richter hat, kann er trotzdem (allerdings einer seiner parachronen Brüder, vergessen wir aber da nicht noch die polyrealen Brüder - falls diese nicht diesselben sind) als Zellaktivatorträger in alter Form ab PR 3000 gemeinsam mit den anderen ZA-Trägern rund um Perry Rhodan das Kosmogen TRIXTA behüten und nebenbei eine große Galaxien-Konföderation (SAN) anführen ... ähh .. da ist meine Phantasie sehr stark durchgeschlagen (wahrscheinlich leider auch nur ein parachrone Zukunft) :-(

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  2. Na, man sieht jedenfalls, dass der aktuelle Zyklus reichlich Spekulationsmaterial bietet und wohl kein Leser so richtig erahnen kann, wohin die Reise geht. Oder um beim Thema Zeit zu bleiben: gehen wird, gegangen sein wird ;-)
    Nun, so viele Hefte bis zum Ende des Zyklus sind es ja nicht mehr, lassen wir uns überraschen.

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  3. Hallo (hh),
    mir ist dies mit Than auch aufgefallen. Zu welchem Zeitpunkt kommt man in die Jenzeitigen Lande, wenn man dort hinfliegt? Wann ist der Ankunftszeitpunkt? Kann man den bestimmen? Oder ist er beliebig? Das ist eine Sache, die noch der Auflösung bedarf. Bin mal gespannt, wie das gelöst wird.
    Ansonsten gefällt mir Euer Blog.
    Viele Grüße

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  4. Ja, das sind in der Tat interessante Fragen und wir sind ebenso gespannt auf die Auflösung.

    Und schön, dass Dir unser Blog gefällt. Das freut uns natürlich und wir werden auch weiter versuchen, interessante Artikel zu bringen. Ab und an hier reinschauen lohnt sich also. ;-)

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